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LÖWENJAGD DER NASE NACH
 

Neueste Erkenntnisse der Universität von Minnesota liefern eine einfache Faustregel, mit der Großwildjäger das Alter von Löwen bestimmen können:


 

Je älter ein Löwe ist, desto mehr dunkle Punkte hat er auf der Nase. Einer Computer-Simulation amerikanischer Wissenschaftler zufolge besteht keine Gefahr für eine Löwen-Population, wenn nur Männchen geschossen werden, deren Nasen mehr als zur Hälfte schwarz sind.

Das Jagen jüngerer Männchen sei problematisch, da es sehr oft zu einem Wechsel des Rudelführers führe. Bei einer Übernahme der Gruppe durch einen neuen Führer tötet dieser alle Jungtiere, um zu gewährleisten, dass die Weibchen ausschließlich seine Nachkommen aufziehen. Bei zu schnellen Wechseln könnten daher gar keine Jungen überleben und die Population würde zu Grunde gehen.

Hingegen hatte das Erlegen von Männchen, die älter als fünf Jahre sind, in den Berechnungen praktisch keine Auswirkungen auf das Überleben der Populationen. In diesem Alter seien die Männchen entweder bereits von jüngeren Männchen als Rudelführer verdrängt worden oder schon seit mehreren Jahren in der Führungsposition, so dass ihnen genug Zeit zur Aufzucht ihrer Jungen geblieben sei. In beiden Fällen habe ihr Fehlen keine schwerwiegenden Konsequenzen auf die Gruppe.

Solche Männchen seien für Jäger leicht und schnell zu erkennen, schreiben die Wissenschaftler: Mit fünf Jahren sei etwa die Hälfte der Löwennase schwarz gefärbt. Daher könnten alle Tiere, deren Nase mehr als halb mit schwarzen Punkten bedeckt sei, ohne Probleme geschossen werden. Würde diese Strategie konsequent verfolgt, seien keine Abschussquoten mehr notwendig.

Die Wissenschaftler der Universität von Minnesota veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Nature.

-hl-

erschienen auf www.jagen-weltweit.de
im Februar 2004