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RUSSLAND: FÜR EIN KILO MOSCHUS...
 

Russland: Für ein Kilo Moschus ...... wechseln schon mal 36.000 Euro den Besitzer. Eine Moschus-Drüse wiegt rund 23 Gramm.



 

Bei solchen Preisen erlegen Wilderer in Russland gern 17.000 bis 20.000 männliche Moschus-Tiere pro Jahr – und verfrachten 400 bis 450 Kilo rohes Moschus an die Auftraggeber. Die sitzen in Asien, wo das Sekret aus der Moschus-Drüse der Ochsen in der traditionellen asiatischen Medizin begehrt ist wie eh und je. Diese alarmierenden Zahlen veröffentlichte eine aktuelle Studie von Traffic, dem Artenschutz-Programm von WWF, und der Welt-Naturschutzunion IUCN.

Wilderei und illegaler Handel mit dem Moschus boomen also. Dabei ist das Sibirische Moschustier (Moschus moschiferus) laut Roter Liste der IUCN als gefährdet eingestuft und im Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens CITES gelistet.

Dennoch verzeichnen neueste Meldungen den Rückgang der Moschustier-Populationen in Russland und der Mongolei. Allerdings gehen die Schätzungen der Bestandszahlen weit auseinander: Die russische Regierung beziffert den Bestand auf 40.000 Tiere, Traffic hingegen auf 140.000.



Jagd-Trophäe Moschus-Drüse

Die Wilderei auf Moschustiere ist gut organisiert. In Russland gewilderte Moschus ist fast ausschließlich für den Export nach Ostasien bestimmt. Zwar gibt es in Russland auch eine Quote für die legale Jagd auf Moschustiere, doch sie bietet wenig finanziellen Anreiz für die arme Bevölkerung. Wilderei wirft mehr ab.

Legale Moschus-Jagd gibt es in der Mongolei nicht. Sie ist dort seit 1953 verboten, ebenso wie der Handel.. Trotzdem werden dort pro Jahr mindestens 2.000 männliche Moschus-Tiere gewildert.

Als gemeinsames Problem beider Länder definiert die Studie, dass die Wilderei ein „Vollzugsproblem der bestehenden Gesetze“ ist. In Russland ist der Handel wie die Wilderei wohl organisiert. Drei Händler sollen das Monopol unter sich aufgeteilt haben. In der Mongolei finanzieren sich zum Beispiel Universitätsstudenten mit dem Schmuggel ihre Ausbildung. Der Handel läuft von der Mongolei über die Grenzen nach China, dem Hauptabnehmerland von Moschus aus der Mongolei.

Mehrere mögliche Wege aus der Misere zeigt die Studie auf: dazu gehören genaue Bestandszählungen, härtere Strafen für Wilderer und schärfere Kontrollen. Außerdem sollte der Anreiz und die Prämien für die legale Jagd erhöht werden.

-hl-

erschienen auf www.jagen-weltweit.de