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Porzellan Parforce (8/2005)
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PORZELLAN PARFORCE
 

Jäger mit ihren Hunden, Falkner, Hirsche, Wildschweine, Wölfe, Füchse und Hasen, Bären und Löwen ..... kein Jagdmotiv, das nicht in Meißen in Porzellan gefasst wurde.


 
 

Im Hümming, einem Waldgebiet im Emsland rund um das Jagdschloss Clemeswerth, hat sich die Jagdgesellschaft versammelt. Gehetzt von der Hundemeute, hat sich ein Rothirsch auf das Stroh gedeckte Dach eines Schafstalls geflüchtet. Dort, ohne Ausweichmöglichkeit, wird er von der Meute gestellt und kann schließlich vom Jagdherrn erlegt werden.

Diese Ereignis sorgte für großes Aufsehen. Denn der Erleger war kein Geringerer als Kurfürst Clemens August von Köln und fand am 27. Oktober 1739 statt. Heute befindet sich das berühmteste Zeugnis dieser Jagdgeschichte in deutschem Privatbesitz: Es ist ein Jagdpokal aus Porzellan. Während der Sonderausstellung aber kann er von jedermann bestaunt werden.

Andere Highlights der Ausstellung haben einen noch viel weiteren Weg auf sich genommen, um dabei zu sein. So hat das Metropolitan Museum in New York sein Magazin geöffnet und einen Jagdpokal von König August III. von Polen nach Deutschland geschickt. Auch die Eremitage beteiligt sich an der Ausstellung: Aus St. Petersburg reisten eine Auswahl von Objekten aus dem Speise-Jagdservice des russischen Hofs an. Das Service stammt aus den Jahren um 1765 und gilt als das erste nachweisbare Service mit Jagd-Decor. 29 Maler verewigten Jagdszenen und Wildtiere auf dem Geschirr; insgesamt umfasste es 1.000 Teile.

Ausgestellt sind aber nicht nur Tee-, Kaffee- und Schokoladen-Geschirr, Tafelservice und Prunkvasen, die alle ein reiches Dekor mit Jagdszenen zeigen. Auch viele plastische Figuren von Wildtieren sind zu bewundern: darunter sind Bären, Löwen, Hirsche, Wildschweine, Wölfe, Füchse und Hasen, aber auch Hatzgruppen, Jäger- und Falkner-Figuren. Solche Kleinplastiken aus Porzellan dienten im 18. Jahrhundert als Tafel- oder Raum-Dekoration.

Mit dieser Zusammenstellung qualitätvoller Exponate würdigt erstmals eine Ausstellung das Thema Jagd in der Porzellan-Malerei und Porzellan-Plastik der Meißner Manufaktur.



Stationen der Ausstellung
Die Schau ist eine Gemeinschafts-Ausstellung der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit Schloss Moritzburg, wo die Schau bis 14. August 2005 zu sehen ist. Im Anschluss sind die Exponate noch in zwei weiteren Museen zu besichtigen.

Stationen der Ausstellung

Schloss Moritzburg
21. Mai bis 14. August 2005

Schloss Benrath bei Düsseldorf
11. September bis 6. November 2005

Knauf-Museum in Iphofen
26. März bis 9. Juli 2006

-hl-

Veröffentlicht im Herbst 2005 auf www.djz.de